• 001 Überfahrt Bornholm
Nach einem Sommer Zwangspause ging es in diesem Jahr wieder Richtung Ostsee. Wie so oft starteten wir am Freitagnachmittag (14.7.) und machten abends vor der Schleuse Liebenwalde fest. Am nächsten Morgen ging es um 05.00 Uhr weiter, sodass wir abends im AZStettin festmachen konnten. Günstigerweise war für den folgenden Tag noch ein früher Termin zum Maststellen frei, und wir konnten gegen Mittag weiter – endlich unter Segel.

Bei grauem Wetter und leichtem Südwestwind ging es los, leider begann es zu regnen und der Wind frischte auf, so erreichten wir gegen 22.00 Uhr Swinoujscie.

Da wir weiterhin westlichen Wind hatten, segelten wir flott nach Norden. Sollten wir eine Nacht durchsegeln und direkt Schweden ansteuern? Aber da es mit der Dämmerung unangenehm kalt wurde und Bornholm so greifbar neben uns lag, fuhren wir lieber in den Hafen von Nexö, wo wir um 22.20 Uhr nach 77 sm festmachten.

Und dreieinhalb Tage von Tegel bis Nexö ist ja auch gar nicht schlecht. Also schliefen wir am nächsten Tag aus, frühstückten gemütlich und schlenderten durch den Ort. Sollten wir einen „Urlaubstag“ einlegen? Oder die kurze Strecke nach Christiansö segeln? Leider zog der Himmel sich zu und der Wetterbericht prognostizierte Regen für die folgenden Tage. So setzten wir um 9.30 Uhr die Segel, ließen die grauen Wolken achteraus und hielten Kurs auf Sandhamn am Eingang des Kalmarsunds, wo wir dank ordentlichen Westwinds von 4-5 Bft. schon um 21.00 Uhr festmachen konnten. Es waren immerhin 67 sm.

Am nächsten Morgen segelten wir bei leichtem Südwind nach Öland, unserem anvisierten Reiseziel und legten im netten, kleinen Hafen von Mörbylanga an. Den Vormittag des folgenden Tages verbrachten wir in dem kleinen Ort, wo gerade ein Landwirtschaftsfest stattfand. Dann fuhren wir, um mal eine Alternative zu Kalmar auszuprobieren, ins diesem gegenüber auf Öland liegende Färjestaden.

 

Der Wind drehte über Süd auf Ost, und wir segelten gemütlich den Kalmarsund weiter nach Norden bis Sandvik. Da wir größere und beliebte Häfen wie Borgholm und Byxelkrog lieber meiden, segelten wir an diesen vorbei. Leider drehte der leichte Wind immer weiter nach Norden, sodass wie den ein oder anderen Kreuzschlag machen mussten. Aber schon am Nachmittag erreichten wir den kleinen Hafen Nabbelund in der Grankullavik ganz im Norden von Öland. Wir machten eine kleine Radtour zum Leuchtturm auf der Nordspitze.

So an der Nordspitze unseres Reiseziels nach neun Tagen angekommen, überlegten wir, ob wir noch nach Gotland segeln sollten. Aber aus Erfahrung wussten wir, dass man dort gut mal einige Tage eingeweht sein kann. Also entschlossen wir uns, die Festlandsküste anzusteuern und segelten bei leichtem Ostwind nach Västervik, wo wir Andreas und Kiera trafen. Nach einem gemütlichen Hafentag entschlossen wir uns, den noch für zwei Tage angesagten Nordwind dazu zu nutzen, nach Süden zu segeln, statt uns gegenan weiter nach Norden zu kämpfen. Außerdem waren gut zehn Tage, ein Drittel unserer Urlaubszeit um, da heißt es umkehren. Und Südwestwind kommt unweigerlich.

Bei Nordwind um 5 Bft. segelten wir nur unter Fock durch das enge Schärenfahrwasser nach Oskarshamn. Unterwegs sahen wir ein großes Motorboot hoch und trocken auf den Steinen. Am nächsten Tag machten auch wir kurz Bekanntschaft mit dem Untergrund. Ist doch schön, ein Stahlschiff zu haben, wenn man bei 5-6 Bft. durch die Schären rast.

Nach einer Übernachtung im Hafen von Stora Rör entschieden wir, doch wieder Kalmar anzulaufen.Da wir mittags eintrafen, war es kein Problem, einen Liegeplatz zu bekommen, und wir hatten ausreichend Zeit für einen Bummel durch die immer wieder nette Stadt.

Nun hatte auch der Wind lästigerweise wie erwartet auf Südwest gedreht. So steuerten wir nochmals Mörbylanga an. Von da aus segelten wir wieder zur Festlandsküste und machten im Hafen von Bergkvara fest. Bei sehr schwachem Südwind fuhren wir zum ersten Mal auf dieser Reise etwa drei Stunden unter Motor, bis der Wind einsetzte und glücklicherweise aus Südost kam. Während wir die Einfahrt in die Bucht von Torhamn durchfuhren, zog um uns herum ein Gewitter auf. Zum Glück schafften wir es in den Hafen, bevor es losging.

Am folgenden Tag herrschte Flaute und so motorten wir ein Stückchen weiter in den kleinen Hafen Hallahamn gleich hinter der Drehbrücke Hasslö.

Den nächsten Morgen machten wir uns schon um 6.00Uhr auf den Weg, ließen die dunklen Wolken, die über Karlskrona hingen, hinter uns und segelten bei leichtem unbeständigen Wind aus unterschiedlichen Richtungen nach Hanö. Hier machten wir bei inzwischen herrlichem Sonnenschein den obligatorischen Spaziergang zum Leuchtturm auf dem höchsten Punkt der Insel und genossen den herrlichen Blick.

  • 001 Überfahrt Bornholm
  • 002 Mörbylanga, Blick aus der Dusche
  • 003 Ölandbrücke bei Kalmar

Da die Wettervorhersage nicht wirklich günstig und auch nicht eindeutig war, verließen wir auch Hanö wieder früh, da wir mindestens Kivik erreichen wollten. Da der Wind dann weiter aus West kam als befürchtet, konnten wir Simrishamn anlegen. Aber da wir diesen großen Hafen nicht so besonders mögen, beschlossen wir, noch weiter nach Skillinge zu segeln. Wie so oft nahm der Wind an der Südostecke Schonens zu und wir mussten bei 5 Bft. nach Skillinge kreuzen. Lästig.

Am nächsten Tag hatte der Wind weiter nach Süd gedreht, und wir kamen gut, wenn auch bei Regen, nach Ystad. Der Südwestwind steigerte sich am nächsten Tag auf 5-6 Bft., in Böen auch 7 Bft., sodass wir einen Hafentag einlegten. Auch am folgenden Tag war es nicht viel besser, also blieben wir noch einen Tag. Immerhin ist Ystad ein netter Ort, um eingeweht zu sein.

Bei angesagten 3Bft. aus West machten wir uns dann auf den Weg Richtung Rügen. Zu Beginn hatten wir tatsächlich 2-3 Bft., der Wind nahm aber stetig zu und somit auch die Welle. Schon um 10.30 Uhr hatten wir 5-6 Bft., später in Böen auch mehr. Wir bargen das Großsegel und segelten nur unter Fock in fast unverminderter Geschwindigkeit durch die Wellen. Erst hinter Stubbenkammer kamen wir in den Wellenschatten, mussten dann aber noch bis Sassnitz kreuzen. Keine sehr angenehme, aber dafür eine schnelle Überfahrt.

Da am folgenden Tag nur leichter Wind aus wechselnden Richtungen angesagt war, segelten wir nicht nach Swinoujscie, sondern gemütlich Richtung Peene. Als es dunkel wurde, ankerten wir nahe Rankwitz.

Nun drehte der Wind ungünstigerweise auf Ost und wir kreuzten bei 4-5 Bft. übers Haff nach Ueckermünde.

Weiter ging es dann nach Stettin. Wieder bekamen wir einen frühen Krantermin und schafften es noch bis nach Schwedt. Am nächsten Tag machten wir abends wieder vor der Schleuse Liebenwalde fest, und am Samstag (12.8.) erreichten wir – leider hörte es erst auf dem Tegeler See auf zu regnen – um 12.30 Uhr die S.V.T., wo wir gleich den Mast stellten.

So waren wir insgesamt 29 Tage unterwegs und legten 893sm zurück. Abzüglich der Kanalfahrt waren es 713 sm auf See (direkte Strecke ohne Kreuz), davon nur 88 sm unter Motor.

Wettermäßig gesehen war es für uns ein recht schöner aber kühler und sehr windreicher Sommer. 

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