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Ostsee-Törn vom 22.06. – 21.07.2017

Am Freitag um 0500 ging es los. Der erste Stopp war die Schleuse Lehnitz, die wir nach kurzer Wartezeit passierten. Weiter ging es bis zum Schiffshebewerk Niederfinow, was uns schon etwas mehr Zeit kostete. In der Schleuse Hohensaaten ging es zügig voran und um 1850 legten wir an unserem Stammplatz, dem Wasserwander-Rastplatz Stützkow an.

Um 0630 begann der nächste Tag, Ziegenort war unser Ziel. Um 1830 stand der Mast einschl. Großbaum.

Sonntag ging es gegen Mittag weiter nach Swinemünde. Der Wind blies mit 4/5 bft und wir segelten bis kurz vor Swinemünde.

Da die Windvorhersage für Montag, den 26.6. nicht günstig mit 6-7 bft war, legten wir unseren ersten Hafentag ein. Ihn nutzten wir für einen Bummel über die Strandpromenade und kauften geräucherten Fisch für das Abendessen.

Es fand ein reger Erfahrungsaustausch mit Stegnachbarn statt, sie klagten alle über die schwierigen Wetterverhältnisse in diesem Jahr, keine langfristigen Planungen, von Tag zu Tag muss die Route neu festgelegt werden.

Am Dienstag geht es weiter mit gutem Wind aus der richtigen Richtung und Stärke nach Bornholm. Unterwegs haben wir unzählige Mal ein - und ausgerefft, da der Wind zwischen 4 und 6 bft pendelte. Nach 75 sm in 12 Stunden erreichen wir den Hafen Rönne-Nörrekäs.

Am Mittwoch „verhilft“ uns der frische Wind mit 6 Bft und in Böen 7-8 bft zu einem Hafentag.

Nachmittags bummeln wir durch das uns bestens bekannte kleine Städtchen Rönne, sind wie immer begeistert von den zahlreichen Rosenstöcken und Stockrosen an den hübschen bunten, kleinen Häusern und genießen den strahlenden Sonnenschein.

Auch der Donnerstag hält uns in Rönne fest, 6-7 bft ständig, in Böen auch schon mal 8 bft, unser Schiff fährt munter hin und her am Schwimmsteg.

Der Freitag wird ein weiterer Hafentag.  Der Wind bläst weiterhin und es regnet stark, umdrehen und weiterschlafen. Mittags hört der Regen auf, die Straßen beleben sich spürbar.

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Am Samstag hat der Wind geringfügig nachgelassen, mit uns verlassen zeitgleich vier weitere Boote den Hafen. Unser Ziel soll Ystad sein, das wir nach einem ruppigen und nassen Segeltag, wieder mit ein- und ausreffen, erreichen. Es herrschte zeitweise sehr schlechte Sicht, AIS führte uns sicher durch den regen Schiffsverkehr.

In Ystad ist nicht viel los, alle Geschäfte schließen um 1800, nur die beiden kleinen Supermärkte sind geöffnet. Erstmals stellen wir auf diesem Törn die Kuchenbude auf, so stören uns das Wetter und die Kälte nicht.

Am 2.7.2017 erreichen wir zeitweise unter Motor und gegenan Gislövsläge Die Fahrt war ruppig und äußerst feucht. Gislövsläge ist ein uns bislang unbekannter Hafen ca. 7 sm von Trelleborg entfernt. Abends will eine Chartercrew mit einer Bavaria 51 mit 6 Mann Besatzung bei starkem Wind anlegen, div. Versuche gelingen nicht. Durch Unterstützung von Land geht es doch noch ohne größeren Schaden ab.

Der Himmel ist um 2300 im Westen noch herrlich hellblau, knapp 4 Std. später ein strahlender Sonnenaufgang, Mittsommer ist noch nicht lange her!

Der Wind bläst mit 6 bft und mehr, schon wieder 3 Hafentage. Wir erwandern die Gegend bis kurz vor Trelleborg durch ein idyllisches Naturschutzgebiet. Endlich stellt sich auch sonniges Wetter ein.

Nun soll es aber weitergehen. Am Mittwoch, 5.7.17, ist Klintholm auf der Insel Mön unser Ziel.

Um 1540 liegen wir im Hafen Klintholm fest. Der Steg D ist zur Meerseite noch leer, innerhalb kürzester Zeit kommen aber Boote im Minutentakt an, gegen 17.00 Uhr ist der komplette Hafen voll belegt. An der Außenmole liegen Boote im 3er Päckchen. Da der Wind heute verträglich war, haben sich viele Yachten von Rügen Richtung Klintholm auf den Weg gemacht.

Von Klintholm geht es dann am nächsten Tag nach Rödvig auf Seeland.

An diesem Tag musste der Motor zeitweise seine Arbeit tun, wenig Wind aber viel Sonnenschein. Im Sportboothafen Rödvig genießen wir einen ruhigen Abend.

Als am nächsten Morgen, den 7.7.17, der Wecker klingelt um 0700, halten wir Familienrat ab. Es sollte heute eigentlich nach Malmö gehen, doch der schwache Wind kam aus der Richtung in die wir wollten.

Wir bleiben in den Kojen und legen einen weiteren Hafentag ein.

Wir streichen Malmö und machen uns auf den Rückweg. Am Samstag, 8.7.17, ist wieder Klintholm unser Ziel. Es wird ein schöner Segelschlag ohne besondere Vorkommnisse.

Da der Wind wieder auf über 6 bft auffrischt, wird jedem einlaufenden Boot beim Anlegen geholfen, gute Seemannschaft! Und dann erleben wir „großes Hafenkino“: eine Lagoon 41 (Katamaran) mit 1,5 Mann Besatzung, nämlich einem kräftigen Steuermann und einer zierlichen Frau, gehen längsseits an eine Hallberg Rassy 34, die an der Mole liegt. Das ist wie David und Goliath, alle schütteln den Kopf. Nach einer guten halben Stunde liegt die Lagoon endlich mit Landleinen fest. Im Fischereihafen wäre noch Platz für so ein Trümm gewesen….

Von Klintholm segeln wir am nächsten Tag mit 7 Knoten nach Barhöft und verlassen damit Dänemark.

Auf Höhe Hiddensee sehen wir ein Schiff der Küstenwache liegen, die „Bredstedt. Das Kontrollboot bewegt sich in unsere Richtung. Kurzdarauf kommt ein Beiboot tatsächlich längsseits mit der Bemerkung: Ausweiskontrolle. Wir rollen das Vorsegel ein und nehmen Fahrt aus dem Schiff, holen unsere Ausweise und legen sie in eine an einen langen Bootsstock befestigte große Tasche. Letzter Hafen, Zielhafen, Heimathafen, Charteryacht/Eigneryacht werden erfragt, die Ausweise zurückgereicht, ein freundliches gute Weiterreise, wir wünschen eine gute Wache und weiter geht es.

In Barhöft angekommen, treffen wir gute Segelbekannte, Renate und Dettmar, an. Langer Erfahrungsaustausch und dann „tschüss bis zum Absegeln in der S.V.T.

Abends fliehen wir dann vor den Barhöfter Mückenschwärmen unter Deck. Kühl wurde es natürlich auch wieder.

Am Montag, den 10.7.17, steuerten wir Wiek an. Wir segelten an Hiddensees Westküste, um den Dornbusch mit dem bekannten Leuchtturm und dann an Hiddensees Ostküste durch Flachwassergebiete. Das Fahrwasser nach Wiek zieht sich hin, aber der kleine Ort ist nett und im Nordhafen gibt es keine Platzprobleme.

Glowe ist unser nächster Ansteuerungspunkt, mit dem netten Hafenmeister, der ehrenamtlicher Seenotretter ist. Die langen Festmacherleinen liegen bereit!

Für Kröslin werden am nächsten Tag ab Mittag Regenschauer und abends starke Winde vorhergesagt. Also starten wir früh, um dem zu entgehen. Den Regen bekommen wir ab, er wird stark bis zur „Unsichtigkeit“.

Auf dem Rückweg vom Hafenmeister treffen wir Peter und Sieglinde mit ihrer Happy, die seit Mai unterwegs sind.

Die ganze Nacht wehte es ordentlich und der Himmel hatte die Schleusentore weit geöffnet. Morgens war das alles vorbei und es kündigte sich ein trockener, wenn auch weiter windiger Tag an.

Wir legen einen Hafentag ein und segeln am nächsten Tag nach Lauterbach. Von hier geht es am folgenden Tag, Samstag 15.7.17, nach Sassnitz.  Sassnitz liegt einfach günstig, ansonsten würden wir uns den Aufenthalt hier „verkneifen“.

Heute, am 16.7.17, startet unser letzter See-Segeltag. Es geht wieder nach Swinemünde vorbei an allen bekannten Seebädern auf Usedom wie Bansin, Heringdorf und Ahlbeck. Gleich hinter Ahlbeck gehen wir auf Ansteuerungskurs Swinemünde und um 1625 beenden wir unsere Rundreise. Wir haben die 44 sm in 7 Std. in einem flotten Am-Wind-Kurs zurückgelegt, ein wirklich schöner Abschluss.

Wir genehmigen uns einen Erholungs-Hafentag und bummeln über die Strandpromenade.

Der Wind meint es gut mit uns, der Motor wird nur zum An-und Ablegen gebraucht und so legen wir am Dienstag, den 18.7.17, in Ziegenort an. Die Mastlege-Arbeiten beginnen sofort und sind einschl. aufklaren um 1625 mit einem kühlen Bier beendet.

Es geht nun mit gelegtem Mast durch Stettin und über die West-Oder bis nach Gartz, wo wir um 1500 im Bereich des flachen Bollwerks festmachen.

Heute war der erste Sommertag mit 29 Grad. Die Wettervorhersage für Donnerstag ist echt schlecht, ab Mittag starke Gewitter mit Starkregen.

Um 0825 am Donnerstag, den 20.7.17, werfen wir in Gartz die Leinen los.

Es beginnt ein Wettlauf mit der angesagten Schlechtwetterfront, kommen wir trocken und ohne Gewitter in der Marina Marienwerder an? Wir machen um 1725 dort fest, dann geht es los.

Freitag den 21.07.17 um 1510 liegen wir fest in unserem Heimathafen, Crew und Boot sind unversehrt zurückgekommen. Von Berlin bis Berlin waren es 783 sm.

Resümee: so kalt wie die ersten 14 Tage war es noch nie auf einem Törn, zudem viel Wind und somit viele Hafentage. Und trotzdem konnten wir viel segeln, kein Manöver war kritisch.

Nun träumen wir vom nächsten Mal - nach dem Törn ist vor dem Törn!

Die big Knuffel Crew




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