Am Sonntag, den 10.7.2011 werfen wir nachmittags die Leinen in der S.V.T. los und motoren bis zur Schleuse Lehnitz. Der nächste Tag wird lang. Erst am Wasserwanderrastplatz Gartz legen wir um 18.25 Uhr nach 13 Std an.
Am Dienstag, den 12.7., wird die letzte Motor-Strecke in Angriff genommen.

Wir fahren wieder durch Stettin und treffen hinter Stettin mitten auf der Oder die „Happy“ aus der S.V.T., die auf dem Heimweg ist. Ein kurzer informeller Austausch findet statt und dann geht es weiter Richtung Ziegenort, wo wir noch am gleichen Tag den Mast stellen.
Von nun an wird gesegelt, erst über das Kleine Haff und dann Peenestrom abwärts bis Kröslin.
Auf dem Weg nach Schweden machen wir in Lohme Zwischenstation. Der Hafen Lohme ist total voll, außerhalb der Stege wird In Päckchen gelegen oder querab an den Dalben.

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Der Schlag nach Ystad geht mit achterlichem Wind zügig. Dank neu installiertem AIS wissen wir jetzt bei jedem Fracht- oder Passagierschiff den Namen, Geschwindigkeit, Fahrtrichtung und Zielhafen. Nichts bleibt uns verborgen. Wir legen einen Hafentag ein.Ystad ist immer wieder schön, hat herrliche Innenhöfe mit kleinen Geschäften, Galerien und Cafés. In Simrishamn, unserem nächsten Zielhafen müssen wir wetterbedingt einige Tage verweilen.
Am Sonntag, soll es früh nach Utklippan gehen. Nebel mit Sichtweite bis zur Hafenausfahrt verzögert den Start. Gegen 8.00 Uhr ist es soweit, wir verlassen den Hafen, wohl wissend, dass wir die 50 sm dorthin nicht unter 5 Ktn laufen dürfen, da Windfinder ab 18.00 Uhr Wind mit Stärke 7/8 angesagt hat. Wir schaffen es, gut 45 sm segelnd, den Rest motorend. Um 17,45 Uhr liegen wir fest vertäut an der Kaimauer. Um 19.00 Uhr geht es los, wir sichern uns noch mit mehreren zusätzlichen Leinen ab.

Die Nacht und der nächste Tag werden unruhig, wir legen noch einen Hafentag ein. Utklippan ist ein in die Schären gesprengter Hafen, der eine eindrucksvolle Flora und Fauna aufweist.
Am 25.7. werfen wir die Leinen los mit Ziel Kalmar. Es wird ein halbwegs ordentlicher Segeltag. Die „Skyline“ von Kalmar und die Kalmarsundbrücke weisen uns den Weg in den Hafen. Da wir dieses Mal an einem Wochentag festmachen, stellen wir fest, dass ab Ladenschluss Kalmar tot ist.

Der nächste von uns angelaufene Hafen ist Borgholm auf Öland. Der Hafen bietet noch genügend Platz an Heckbojen. Im Gegensatz zu Kalmar tobt im Touristenzentrum Borgholm auch nach 18.00 Uhr noch das Leben, Live-Musik bis 2Uhr nachts!

Der nächste Tag bringt eine Wanderung zum alten Schloss Borgholm. Es ist ein imposanter Bau, der um 1200 errichtet wurde, eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat und 1806 ausbrannte. Seitdem thront das Schloss als Ruine weithin sichtbar über dem Kalmarsund.

Am Donnerstag, den 28.7., entscheiden wir, den Rückweg anzutreten, da der Wind immer noch aus Norden bläst. Unser eigentliches Ziel Gotland verschieben wir auf 2012. Und somit sind wir am 28.7. wieder in Kalmar. Da es am nächsten Tag seit morgens stürmt (Wind 7 Bft) und regnet was der Himmel hergibt, nehmen wir mal wieder einen ungeplanten Hafentag in Anspruch.

Der Samstag beschert gutes Segelwetter, über mehrere Stunden pures Segelvergnügen. Um nicht im Hafen von Simrishamn im Päckchen zu liegen, nehmen wir den freien Platz am Kopfsteg, wohl wissend um den Schwell. Genügend abgefendert wird die Nacht ruhig. Sandhamns Hafenmeister bietet bunt bemalte Fahrräder zur kostenlosen Benutzung an, damit der Weg zu dem Toilettenhäuschen (400 m) und dem Supermarkt in 1,5 km Entfernung komfortabler zu bewältigen ist.

Unser nächstes Ziel ist eine der unzähligen Schäreninsel in der Hänöbucht. Abends liegen wir in einer herrlichen Bucht vor Anker. Die nächsten 2 Tage sind freiwillige „Hafentage“ mit erfrischendem Morgenbad in der Ostsee (18 Grad). Per Schlauchboot gelangen wir auf die Insel und unternehmen eine Wanderung auf unbekannten Pfaden.
Wir machen uns auf den Weg nach Hanö, bei traumhaften Wetter und nicht traumhaftem Wind (0). Wir legen um 12.00 Uhr am Kai an. Danach durchstreifen wir den urzeitlich anmutenden Osten der Insel. Der Hafen füllt sich zusehends und ist abends voll wie gewohnt. Um 21.00 Uhr trompetet ein Schwede den Zapfenstreich zum Niederholen der Nationalflaggen. Der letzte schwedische Hafen sollte Koseberga werden. Da Wind mit 7 Bft aus Ost angesagt ist, dieser Hafen aber gegen Ostwind wenig geschützt ist, landen wir mal wieder in Ystad.
Am Freitag, den 5.8 in aller Frühe verlassen wir Schweden mit Kurs Dänemark- Klintholm. Auf Höhe Trelleborg herrscht Nebel mit Sicht um 100 m. Unsere Investition ins AIS war doch sinnvoll!

Der 6.8. wird der Tag, an dem uns Deutschland wieder hat, Barhöft ist unser Zielhafen. Barhöft wurde 1975 von der SED evakuiert und eine Raketenstellung zog ein. Heute gibt es einen netten Hafen mit einem freundlichen Hafenmeister.
Der angesagte Starkwind für Dienstag und Mittwoch lässt uns Glowe als geeigneten Hafen zum Abwettern erscheinen. Wir liegen kaum fest, geht ein vorzeitiges Unwetter auf uns hernieder. Blitz, Donner und Böen mit Windstärke 8 und mehr. In diesem Unwetter legt der Hafenmeister als Vormann des Seenotrettungsbootes „Kurt Hoffmann“ ab, um einem havarierten Boot zu Hilfe zu kommen. Er schleppt gegen 20.00 Uhr ein polnisches Segelboot herein, dessen Ruderanlage defekt ist. Der nächste Tag mit Windstärke 6 – 7 in Böen 10 vermittelt schon im Hafen am Steg den Eindruck segeln am Wind. Mittwoch, den 10.8.,kein Regen! Der noch immer starke Wind bläst munter weiter mit 6 – 7 Bft . Abends essen wir im „Fischerhus“, offensichtlich ein Geheimtipp. Es ist sehr voll und das Essen ist vorzüglich. Der Wind hat inzwischen abgeflaut auf schlappe 4 Bft – dafür regnet es wieder.

Donnerstag geht es endlich weiter. Der Wind dreht sich, frischt auf und kommt später natürlich wieder von vorn. Im Greifswalder Bodden blasen 6 Bft ,eine Welle hat sich aufgebaut und das Segelvergnügen hält sich in Grenzen! Am Freitag in Kröslin kommen uns Petra und Michael, Freunde aus Berlin besuchen. Nebenbei sei erwähnt: Es regnet mal wieder den ganzen Tag. Das verdirbt uns aber nicht die Freude an dem lustigen, kurzweiligen Tag.
Am Samstag, den 13.8., herrscht Abschiedsstimmung, Björn startet in Richtung Erlangen. Am 14.8. geht es nun auch für uns heimwärts Richtung Berlin.

Rückblickend war es ein schöner Törn, das launische Wetter hat kein Abbruch gemacht. An 22 Tagen hat es ein wenig, häufig oder ständig geregnet. 18 Tage zeigten sich durchweg sonnig, gering oder stark bewölkt. 7 freiwilligen Hafentagen stehen 8 durch starken Wind erzwungene gegenüber.

Abschließend sind zwei Neuanschaffungen als absolut lohnenswert zu erwähnen: Für die Sicherheit die Installation von AIS und für mehr Komfort bei Wind und Wetter im Hafen: Die Kuchenbude, gegen die sich der Skipper 5 Jahre gewehrt hat.

Jürgen, Ellen und Björn

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